Pfarrer für Veränderung

In unserer Region Viersen und Nettetal stehen große Veränderungen an. Pfarrerin Brunotte aus Viersen ist an die Seite von Präses Latzel als persönliche Referentin ins Landeskirchenamt gewechselt, Pfarrer Goldmann aus der Gemeinde „An der Nette“ wird Ende Juni und Pfarrer Stein aus Süchteln wird Ende Juli in den Ruhestand gehen. Glücklicherweise konnte für einen begrenzten Zeitraum eine Person gefunden werden, die die Gemeinden in unserer Region mit Sachverstand und Außenblick in dieser Zeit des Übergangs begleitet. Pfarrer Udo Otten wird uns für mindestens ein, maximal für zwei Jahre als Pfarrer im so genannten „Pastoralen Dienst im Übergang“ begleiten. Was das ist und wer sich hinter der Person „des Neuen“ verbirgt, dazu haben wir Pfarrer Otten interviewt.

 

#ekduelkenHerr Otten, sie arbeiten als Pfarrer im Übergang. Inwiefern sind Sie im Übergang?
Otten (lacht)Theologisch könnte ich dazu viel sagen, aber tatsächlich bin nicht ich im Übergang, sondern die evangelischen Kirchengemeinden in der Region Viersen-Nettetal. Der sogenannte „PdÜ“ (Pastoraler Dienst im Übergang) ist ein besonderes Angebot der Landeskirche für Gemeinden und Regionen, die sich in einem Veränderungsprozess befinden und in denen wichtige Zukunftsfragen zu beantworten sind. Solche Gemeinden können für ein, maximal zwei Jahre eine Pfarrperson bekommen, die einerseits pastorale Grundversorgung durchführt, und andererseits mit dem / den Presbyterien und interessierten Gemeindegliedern diese wichtigen Fragen klärt.
#ekduelkenWas heißt das für unsere Region konkret?
OttenIm vollen Umfang kann ich das zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen, ich muss mich ja erst noch orientieren. Mein Auftrag sagt aber, dass ich in der Gemeinde in Viersen die Vakanzvertretung für Pfarrerin Brunotte übernehmen soll. Da sich die Gemeinden in Viersen und Dülken gerade im Endspurt ihrer Fusion befinden, werde ich sicher dabei mit Rat und Tat zur Seite stehen. Parallel dazu soll ich für und mit den anderen Gemeinden ein Konzept für die zukünftige pastorale Arbeit entwickeln.

Was sich so einfach anhört hat wird große Auswirkungen auf die Arbeit in den Gemeinden der Region haben. Ich vermute, dass auf alle Gemeinden große und sicher schmerzliche Veränderungen zukommen. Was sich mir schon in den ersten Tagen gezeigt hat: die Gemeinden in der Region müssen in Zukunft stärker als bisher geschwisterlich zusammenarbeiten und die Menschen werden sich von vielem, was in der Vergangenheit gewohnt und liebgeworden ist, verabschieden müssen. Meine Aufgabe als Pfarrer in diesem Übergangsdienst besteht nun darin, diese Veränderungen mit den Presbyterium zu erarbeiten und umzusetzen.

#ekduelkenSie sind also nicht einfach nur der Nachfolger von Katinka Brunotte?
OttenNein, ich übernehme in Viersen nur einige, wenige ihrer Aufgaben. Das sind vor allem Gottesdienste, Taufen und Beerdigungen. Viele andere wichtige Aufgaben (wie etwa Leitungsaufgaben oder die Repräsentation der Gemeinde nach außen) werden in Zukunft entweder entfallen oder von anderen lieben Menschen erledigt.
#ekduelkenWas qualifiziert Sie zu einer solchen Aufgabe?
OttenIch glaube, dass ich einiges an Erfahrung mitbringe. Ich war sechs Jahre Krankenhausseelsorger in Bonn, danach fast 20 Jahre Gemeindepfarrer in Rheinberg. Seit Januar 2023 habe ich im PDÜ in Duisburg Marxloh / Obermarxloh und in Duisburg Ruhrort-Beeck gearbeitet. Außerdem bin ich ausgebildeter Gemeindeberater, psychologischer Berater und systemischer Coach.
#ekduelkenHeißt das, dass Sie auch noch anderweitig tätig sind?
OttenJa, ein bisschen. Ich bringe mich nebenamtlich in der Gemeindeberatung für die Landeskirche ein und betreibe zusammen mit meinem Sohn ein kleines Beratungsinstitut.
#ekduelkenHerr Otten, was sollte die Gemeinde über den Menschen Udo Otten wissen?
OttenHm, lassen Sie mich nachdenken: ich bin seit 39 Jahren mit der besten Ehefrau von allen verheiratet, habe drei erwachsene, wunderbare Kinder und zwei tolle Enkelkinder. Ich bin Camper aus Leidenschaft (unser Campingwagen steht schon länger ganzjährig auf einem Campingplatz in Grefrath-Vinkrath) und mein Herz schlägt für Borussia Mönchengladbach. Außerdem lache ich gerne, besonders über mich selbst.  Aber am besten wäre es, wenn die Menschen mich persönlich kennenlernen (z.B. sonntags im Gottesdienst) und sich ihr eigenes Bild machen.
#ekduelkenDanke für das Gespräch.

 

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